Tabak-Blattrippen
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Wissenspool

Kleiner Mischungs-Ratgeber

Grundlagen

Zur Herstellung von Feinschnitt-Mischungen werden vorzugsweise Virginia-, Burley- und Orienttabake verwendet, für Krüll- und Grobschnitte (Pfeifentabak, Stumpen) auch die dunklen luftgetrocknete Sorten. Hier sollen vorerst nur Zigaretten- und Pfeifenfeinschnitt-Mischungen behandelt werden.

Unterschieden werden drei grundsätzliche Rauchgeschmack-Richtungen:

Saure Raucheigenschaften stammen im wesentlichen vom Zuckergehalt der getrockneten Blätter: schnell trocknende Blätter sowie einige Tabaksorten (Orient, Virginia) haben einen höheren Zuckergehalt; in langsam trocknenden Blättern (dunkle luftgetrocknete Sorten) wird Zucker während des Trocknungsprozesses teilweise abgebaut.

Grundsätzliche Mischungstypen

Mischungen können nach folgenden Grundtypen hergestellt werden, wobei je nach Blattqualität und Geschmack stark variiert werden kann:

  1. Orientmischungen
    heben die besonders aromatischen, süßlichen Eigenschaften der dominierenden Orienttabake hervor. WICHTIG: Orienttabake werden wegen ihrer hohen Konzentration an aromatischen Ölen nicht soßiert, aromatisiert oder geröstet. Unterschiedliche Orientsorten können nach Geschmack beliebig gemischt werden. Orient-Tabakmischungen gehören zu den edelsten Feinschnitten, die erhältlich sind.
  2. Virginiamischungen (= Amerikanische Mischungen)
    bestehen überwiegend aus Virginia-Tabak sowie Burley, der Burley-Anteil wird nach Geschmack gewählt und darf auch überwiegen. Die unfermentierten Blätter beider Sorten können soßiert oder aromatisiert werden, fermentierte Tabake werden grundsätzlich nicht soßiert - fermentierter Burley besitzt schon ein eigenes, kakaoähnliches Aroma. Bei Soßierung sollte Burley besonders großzügig dazu gemischt werden, da das Blatt sehr porös und daher aufnahmefähig für Aromen ist. Orienttabak wird je nach Geschmack bis zu 20% zu dieser Mischung zugegeben und harmonisiert den Rauchgeschmack. WICHTIG AUCH HIER: Orienttabake werden niemals soßiert oder aromatisiert, sondern kommen bestenfalls fermentiert hinzu.
  3. Grobschnittmischungen
    Alle dunklen luftgetrockneten Sorten können nach Geschmack beliebig gemischt werden. Für Grobschnitt werden dabei die helleren Blätter bevorzugt verwendet. Bei Soßierung kann zusätzlich etwas Burley verwendet werden, der den Rauchgeschmack weniger alkalisch macht und die schlechte Aufnahmefähigkeit der Geudertheimer-Sorten für Aromen ausgleicht.

Feinschnitt wird am besten als Zigarette oder in der kurzen Pfeife geraucht, für Krüll- und Grobschnitt werden halblange oder lange Pfeifen bevorzugt - der Gebrauch ungeeigneter Pfeifen beeinträchtigt den Rauchgenuss. Dunkle Tabake mit langer Trocknungszeit werden unsoßiert auch als Zigarreneinlage verwendet.

Lagerung der Tabakblätter

Tabakblätter werden am besten ungeschnitten gelagert und jeweils in Mengen entnommen, die für die nächsten Tage benötigt werden. Optimal für den Lagerraum ist eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 60% bei 18°C. Sinkt die Luftfeuchtigkeit, wird z.B. ein Topf Wasser auf die Heizung gestellt. Derart gelagerte Blätter können direkt zur Weiterverarbeitung verwendet werden.

Ist der Tabak zu trocken, wird er vor der Verarbeitung mit destilliertem Wasser angesprüht und eine Stunde liegen gelassen. Das Wasser sollte lauwarm sein. So wird er geschmeidig, bricht nicht und ergibt beim Schneiden z.B. mit Schneidewalzen (Tabakfeinschneidemaschine) gleichmäßige lange Fasern.

Beim Anfeuchten von Orienttabak muss besonders vorsichtig vorgegangen werden, um die Duftstoffe voll zu erhalten. Gleiches gilt - weniger streng - für Burley. Dagegen müssen die dunklen Sorten wie Geudertheimer intensiver befeuchtet werden, da sie Wasser schwerer aufnehmen.

Weitere Infos im Tabakanbau-Forum

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