Virginia-Tabak im Heißluftofen
Tabak-Heißluftofen

Wissenspool

Die häufigsten Krankheiten und Schädlinge bei Tabakjungpflanzen

1. Grauschimmel (lat. Botrytis cinerea Pers)
Diese am häufigsten auftretende Pilzkrankheit führt zu kahlen Stellen im Saatbeet, die befallenen Pflanzen sind dann auch mit einem staubigen, blaugrauen Schimmelrasen bedeckt. Seine graugelben Fruchtstände sind mit bloßem Auge gerade noch zu erkennen. Dieser Pilz befällt vor allem schwache Pflanzen, im Unterschied zum Tabakschwamm und Wurzelbrand jedoch in jedem Wachstumsstadium - selbst zum Trocknen aufgehängte Blätter werden befallen, wenn der Pilz günstige Umweltfaktoren vorfindet. Seine Ausbreitung wird durch stillstehende feuchte Luft begünstigt, meist erfolgt die Übertragung an Jungpflanzen durch infiziertes Saatgut.
Verhindert werden kann Grauschimmelbefall im frühen Wachstumsstadium nur durch gereinigtes Qualitätssaatgut und vorsichtiges Wässern am besten von unten. Bei Befall müssen alle Setzlinge entsorgt werden. Außerdem gibt es blau- und grauschimmelresistentes Hochzuchtsaatgut wie Pereg und Pergeu (beides dunkle luftgetrocknete Tabake, s.u.)

2. Tabakschwamm (lat. Alternaria tenuis Nees)
Diese Pilzkrankheit führt zu schlaff erscheinenden Jungpflanzen mit einer schmutzigen dunkelgrünen Farbe. In fortgeschritten Stadien bildet sich ein grauschwarzer samtartiger Pilzrasen. Dabei werden nur schwache Pflanzen und besonders Sämlinge im frühen Stadium befallen, stärkere oder schon etwas größer gewachsene Pflanzen bleiben verschont. Optimale Lebensbedingungen für den Pilz sind eine hohe Boden- und Luftfeuchtigkeit und Temperaturen um 20°C. Tritt die Krankheit auf, müssen die kranken Pflanzen mit etwas Erde abgetragen werden, das Beet sollte regelmäßig und oft gelüftet werden.

3. Wurzelbrand (Wurzelbräune, Wurzelfäule, lat. Thielavia basicola Zopf)
Beim Auftreten dieser Pilzkrankheit bleiben die Pflanzen millimeterklein, verfärben sich gelblich und gehen schließlich ein. In der Regel sind nicht einzelne Zöglinge befallen, sondern ein ganzer, mindestens handtellergroßer Bereich, der sich weiter ausdehnen kann. Ursache hierfür ist ein Wurzelpilz, der die Wurzeln zunächst braun, dann schwarz verfärbt, bis sie sich schließlich zersetzen. Er gedeiht am besten bei Temperaturen um 20°C und benötigt etwa die gleiche Feuchtigkeit wie Tabakzöglinge, weshalb sie besonders gefährdet sind.
Tritt diese Krankheit auf, müssen die befallenen Setzlinge großzügig mit dem Boden abgetragen werden, denn nur über den Boden verbreitet sich der Pilz. Außerdem muss eine zeitlang etwas reduziert gewässert werden, was die Entwicklung des Pilzes hemmt. Stärkere, schon etwas größere Setzlinge werden kaum noch befallen.

4. Schwarzbeinigkeit (lat. Pythium debaryanum Hesse)
Dieser Pilz verwandelt Keimlinge in eine weiche, formlose Masse, wodurch kahle Stellen im Saatbeet entstehen, oft werden auch schon die keimenden Samen vernichtet. Besonders gefährlich an dieser Krankeit ist die hohe Resistenz des Pilzes, der auch längere Zeit auf toter organischer Substanz leben und Sporen bilden kann. Der Pilz überträgt sich durch die Erde, die bei Befall mit allen Setzlingen entsorgt werden muss.

5. Fraßschäden
Werden die Setzlinge draußen im Beet gezogen, können Fraßschäden durch Schnecken entstehen. Besonders die rote und schwarze Nacktschnecke und die graue Ackerschnecke fallen überwiegend nachts und in den frühen Morgenstunden über Tabakjungpflanzen her, auch über später ausgepflanzte Setzlinge. Der beste Schutz ist es, sie in den frühen Morgenstunden einzusammeln oder das Saatbeet durch Barrieren zu schützen (Holzlatten mit Abdeckung).

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