Zigarrentabak-Hangtrocknung
Tabak-Hangtrocknung

Wissenspool

Kammerfermentation für Zigarrentabak

Zur Fermentation müssen die Tabakblätter zusammengepresst in einer Kammer gelagert werden, die über mehrere Wochen eine Temperatur von etwa 45°C und eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 80% hält. Um die Schimmelgefahr zu minimieren, sollte die Temperatur nie unter 40°C fallen. Dieser Atmosphäre werden Blätter bis zu 6 Wochen ausgesetzt, sie werden dabei mehrmals umgeschichtet, indem die innen liegenden Blätter nach außen gestapelt werden und umgekehrt. Die Dauer richtet sich im wesentlichen nach der Blattgutart: Mittel- und Hauptgut benötigen 3 Wochen, niedrig geerntete Blätter (Sandgut, unteres Mittelgut) etwa 2 Wochen, Obergut und oberes Hauptgut etwa 4 Wochen. Das Ende der Fermentation wird wie oben beschrieben durch eine Geruchs- und Glimmprobe festgestellt: Der Tabak muss wohlriechend sein und darf beim Abbrennen nicht nach verbranntem Eiweiß riechen.

Die Kammerfermentation im kleinen Maßstab ist etwas aufwändig, das Ergebnis jedoch lohnend. Dazu muss eine verschließbare und gut wärmegedämmte Kammer gebaut werden, was nach unseren Erfahrungen nur durch zwei ineinander gebaute Boxen, also eine doppelwandige Box mit Luft als Wärmedämmung geschehen kann. Das Material darf außerdem bei den hohen Temperaturen keine Fremdstoffe in den Tabak abgeben, so dass nur Metall oder Stein, nicht jedoch Holz oder Kunststoff geeignet sind. Die Temperaturen können durch eine Wärmequelle in hinreichendem Abstand zum Tabak erreicht werden, die Luftfeuchtigkeit durch eine offene Wasserquelle oder feuchte Lumpen.

Als Wärmequelle kommen Öfen in Frage, in deren Nähe die Box aufgestellt wird. Elektrische Wärmequellen sind wegen der Gefährlichkeit des Dauerbetriebs nicht zu empfehlen: Die Brandgefahr ist bei falscher Isolierung oder bei einem zu geringen Abstand zu brennbaren Materialien sehr hoch. Wird die Temperatur von 40°C nicht erreicht, dauert der Fermentationsvorgang länger, die Tabakblätter müssen außerdem wegen der Schimmelgefahr täglich gewendet werden.

Der Einbau eines Thermometers, dessen Mess-Spitze in die Mitte des Tabakballens eingeführt werden muss, sowie eines Hygrometers zur Messung der Luftfeuchtigkeit in der Kammer sind von Vorteil, da bei zu hohen Temperaturen die Tabakqualität sinkt und sich bei zu niedriger Luftfeuchtigkeit die Fermentation verlangsamt.

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