Geiz am Blattansatz
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Soßierungs- und Aromatisierungslösung vorbereiten (St. Omèr)

In Berichten und Laborbüchern aus dem 18. und 19. Jahrhundert gibt es zahlreiche Soßierungsrezepte zur Herstellung von Schnupftabak. Die heutigen Rezepte werden wie ein Staatsgeheimnis gehütet, wir gehen jedoch wegen des starken Traditionsbezugs der Schnupftabakbranche davon aus, dass sie sich in den letzten 150 Jahren kaum geändert haben. Hier ein Rezept für einen im 18. und 19. Jahrhundert weit verbreiteten Schnupftabak, den Straßburger St. Omèr. Weitere Rezepte sind zur Orientierung und Förderung der Experimentierlust im nächsten Kapitel aufgeführt.

Tabakmischung: 50% Adonis, 30% Geudertheimer, 20% Rot Front Korso. Ursprünglich wurden ausschließlich dunkle Virginiatabake verwendet, die teilweise heute noch in der Schweiz angebaut werden. Sie reifen in Mitteleuropa nicht gut, Adonis ist ein ausgezeichneter und nikotinarmer Ersatz. Später mischte man dem Virgin 40% Venezuelatabak hinzu, zuletzt (um 1850) 30% Brasil und 20% einheimischen DLT.

Für die Soßierung kommen auf 200 Gramm Tabakmischung:

Soßierungsauszüge wurden früher zunächst destilliert, für die eigene Herstellung ist es zweckmäßig, die entsprechenden Essenzen in Form von Destillaten oder Ölen zu kaufen und dem "laukalten", also nicht zu warmen Wasser zuzusetzen. Alternativ können die genannten Zutaten in einem geschlossenen Topf in etwa 200 ml Liter Wasser erwärmt werden, Öle und Sirup werden dem abgekühlten und abgeseihten Sud am Schluss zugegeben. Der Topf sollte geschlossen sein, damit die ausgekochten ätherischen Öle nicht entweichen. Aus diesem Grunde sollte das Wasser auch nicht durchgehend kochen, sondern wie bei einer guten Suppe einige Zeit anköcheln und dann der Sud bei mittlerer bis kleiner Wärme durchziehen. Der Hobbykoch weiß schon: Beste Ergebnisse erhält man, wenn die Zutaten zuvor grob gehackt werden und der Sud nach Abkühlung am nächsten Tag nochmals für 1-2 Stunden erwärmt wird. Der Sud wird dann am besten durch ein feines Leinentuch abgeseiht, damit die teilweise sehr kleinen Partikel nicht darin verbleiben. Ein Kaffeefilter funktioniert auch, erfordert aber einen sehr sauberen Filterbehälter ohne Kaffeegeschmack und etwas Geduld. Wobei natürlich nichts gegen Kaffee-Schmalzler spricht...

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