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Vom Nutzen des Tabaks: Bioindikation von Schadstoffen

Die Tabakpflanze gehört zu den am eingängigsten erforschten Gewächsen und wird nicht nur als Genussmittel angebaut. Bestimmte Tabakzüchtungen helfen beispielsweise, verseuchte Böden zu regenerieren, andere Züchtungen dienen der Schadstoffanzeige beispielsweise im Sommersmog.

Die "Bioindikation von Schadstoffen" gehört zu den interessantesten Einsatzgebiete der Tabakpflanze, wofür seit einem Jahr sogar eine eigene VDI-Richtline existiert: Spezielle Tabakzüchtungen sprechen auf Luftschadstoffe an und verändern sich ab bestimmten Schadstoffkonzentrationen sichtbar. Die "Ozonanzeiger"-Sorten sprechen beispielsweise bei einem bestimmten Ozongehalt in der Luft an und beginnen an den Blattadern der oberen Blätter kleine weiße Pünktchen zu bilden. Es handelt sich dabei um Gewebsveränderungen, sogenannte Nekrosen, die durch hoch reaktive Umwandlungsprodukte des Ozons bei der Aufnahme durch das Blatt entstehen. Bei geringer Ozonbelastung werden die Nekrosen wieder zurück gebildet, bei höheren Belastungen bilden sich schließlich bleibende, immer flächigere weiße Stellen. Das Ausmaß dieser Flecken gibt sogar quantitative Anhaltspunkte für die Ozonbelastung. Die Ozonanzeiger-Sorte Perozon Bel W3 wird daher zunehmend in deutschen Städten und an großen Verkehrsknotenpunkten zur Ozonwarnung im Sommer eingesetzt.

Wenn die oberen Blätter dieser Sorte flächig von weißen Pünktchen besetzt sind, ist dies vor allem für Asthmatiker ein frühes Warnzeichen. Denn hohe Ozonkonzentrationen führen zu Schleimhautreizungen wie Augenbrennen und zur Beeinträchtigung der Atemfunktionen. Ozon greift außerdem das Immunsystem an, da im menschlichen Körper ähnliches passiert wie in der Tabakpflanze: Es bilden sich hochreaktive Stoffe wie etwa Wasserstoffperoxid im Körper, die den Stoffwechsel schädigen.

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