Geiz am Blattansatz
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"Priemen wie ein alter Schwede"

Die "Priem" - niederländisch für Pflaume - ist eines der ältesten Tabakprodukte überhaupt: Die Tabakblätter werden gesoßt, zu festen Strängen versponnen und oft kunstvoll verdrillte und verknotete Stücke davon zwischen Zähne und Lippen gesteckt. Gekaut wird der Kautabak jedenfalls nicht, der Name rührt vom vollmundigen Gesicht der Kautabak-Konsumenten her.

Kautabak, Dip, Twist, Snus oder Scrab? - Es gibt sehr viele Arten und Abarten dieses rauchfreien Tabak-Genusses. Vor allem Bergarbeiter machten sich dieses Vergnügen zur Gewohntheit, oder andere Berufsschichten, bei denen nicht geraucht werden durfte. Und er verfehlt seine aufmunternde Wirkung nicht, denn Kautabak besteht vorwiegend aus feuergetrockneten Schwergut-Tabaken mit einem hohen Gehalt an Nikotin, das sich über die Mundschleimhäute in den Kreislauf schleicht.

Geschmack, Form und Verarbeitung sind dabei sehr unterschiedlich: So sind schwedischer "Snus" und Vorarlberger Kautabak sehr stark gesalzen, während deutsche und englische Kautabake durch die Soßierung eine süßliche Milde enthalten und amerikanische "Dips" mit Spearmint-, Wintergreen- oder Cherry-Aromen durchsetzt sind und kaum noch nach Tabak schmecken. Andere Bezeichnungen wie "Twist" verraten mehr über die Herstellungsart, in diesem Fall gesponnener Strangtabak.

Zu Columbus' Zeiten nahmen die Indianer mit Muschelkalk zu Kugeln gepressten und gerollten Tabak als Marschverpflegung mit auf die Jagd, die sie unter die Unterlippe pressten. In dieser Form erreichte der Kautabak im 16. Jahrhundert das alte Europa, wo er in dieser Form vor allem von Bergleuten und Bauern, im 30jährigen Krieg auch von Soldaten konsumiert wurde. Vor allem die schwedischen Soldaten fielen durch ihren exzessiven Kautabakgenuss auf und gelten bis heute als Weltmeister des Kautabakkonsums - wenn auch mehr mit ihrem ureigenen Snus-Pulver. Der Spruch "Alter Schwede" stammt daher und "Priemen wie ein alter Schwede" ist heute noch in manchen Gegenden gängig.

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