Die größte Zigarette der Welt ist eine Reval und kam 1986 ins Guinnessbuch der Weltrekorde - der Fleck links unten ist eine 1-Euro-Münze
Größte Zigarette 1986
1-Euro-Münze l.u.

Wissenspool

Soßierung und Nachtrocknung

Die Soßierung an sich ist einfach: Die Blätter werden vorsichtig in eine Wanne gelegt, so dass kein Bruch entsteht. Dann werden sie mit dem 80°C warmen Soßierungs-Sud vorsichtig übergossen, bis die die Blätter vollständig von der Soße überdeckt sind. Ein Rost beschwert die Blätter und hält sie für die Zeit der Soßierung unter der Soßenoberfläche. Die Wanne sollte möglichst warm gelagert werden, in der Industrie wird sie zusätzlich geheizt.

Nach 24 Stunden kann die überschüssige Soße abgegossen werden. Die Blätter sind zu diesem Zeitpunkt stark aufgebläht, so dass nur noch etwa die Hälfte der Flüssigkeit übrig bleibt. Gefiltert (feines Leinentuch) kann sie mit neuer Soße vermischt weiterverwendet werden. Die Blätter verbleiben zum Abtropfen noch einige Stunden in der schräg liegenden Wanne und können dann einzeln herausgenommen und möglichst locker zum Trocknen in eine weitere Wanne gelegt werden.

Dort verbleiben sie weitere 48 Stunden, der Vorgang wird dann wiederholt: Die Blätter werden heraus genommen und locker in ein offenes Eichenfass gelegt. Zuhause kann wiederum eine trockene Wanne dafür verwendet werden. Dieser "doppelte" Trocknungsschritt hat nicht nur den Zweck, die Blätter zu trocknen: Nach der Soßierung treten durch den Luftsauerstoff und den hohen Zuckergehalt der Blätter leichte Gärungsprozesse ein, außerdem führt die Zersetzung der Gerbsäuren in Verbindung mit Eisensalzen im Tabakblatt zur erwünschten Dunkelfärbung der Blätter.

Nun werden die Blätter wie nach der Ernte nochmals 2 Wochen getrocknet, bis ihr Feuchtigkeitsgehalt von 30-40% auf 18-20% sinkt. Sie sind dann "griffig" und durch die Verarbeitung ledrig und können versponnen werden. Diese Nachtrocknungsphase ist relativ kritisch, da durch die hohe Feuchtigkeit und durch den hohen Zuckergehalt die Schimmelbildung gefördert wird: Die Blätter sollten besonders zugig lagern und täglich durchgesehen und ggf. umgehängt werden. Industriell werden auch Trocknungsmaschinen eingesetzt. Nach dem Abhängen können die Blätter in ein trockenes Tuch gewickelt werden, damit sie bis zur Verarbeitung nicht zu stark austrocknen.

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