Zigarrenrohtabak
Zigarrenrohtabak

Wissenspool

Grundlagen

Tabak für Zigarren und teilweise für Schnittware wird fermentiert, um dachreifen Rohtabak in Rauchtabak zu verwandeln. Dabei setzen sich die biologischen Abbauprozesse im Blatt fort, die bereits bei der Trocknung begonnen haben. Am Ende entsteht ein Tabak, dessen Eiweiße und Blattfarbstoffe nahezu komplett abgebaut sind, umgekehrt entstehen neue, "zigarrige" Aromastoffe. Zigaretten- und Pfeifentabak werden zweckmäßigerweise nur kurz fermentiert, da auch der dort erwünschte Blattzucker abgebaut wird. Im Zigarrentabak hingegen sollten keine Zuckerstoffe mehr vorhanden sein.

Die Vorgänge bei der Fermentation sind auch heute noch nicht vollständig bekannt, es handelt sich um eine Mischung von Abbauprozessen durch blatteigene Fermente und Enzyme sowie um bakterielle Stoffumsetzungen. Temperaturen von mindestens 40 °C bis höchstens 55 °C sowie eine gewisse Feuchtigkeit sind notwendig, um den Abbauprozess am Laufen zu halten. Deshalb sollte Tabak auch nicht "totgetrocknet", also brüchig und ohne Feuchtigkeit sein.

Zur Fermentation von Zigarrentabak werden viele Tonnen von Tabakblättern in subtropischem Klima gestapelt und erwärmen sich durch einen "Heuhaufen-Effekt" auf natürliche Weise selbst. Wenn sie eine Temperatur von 50-55 °C erreicht haben, werden sie umgestapelt - der Erwärmungsprozess beginnt von neuem.

Im kleinen Maßstab reicht die Tabakmenge nicht für eine natürliche Selbsterwärmung aus. Sie ist auch nicht erforderlich, denn letztlich sind nur Temperatur und Luftfeuchtigkeit ausschlaggebend. In einem Raum mit Temperaturen um 45 °C und relativ hoher Luftfeuchtigkeit wird der Fermentationsprozess auch bei geringen Tabakmengen angestoßen, wenn die Blätter dicht aufeinander liegen. Solche Wärmekammern sind heute technisch günstig machbar - ein Vorteil, von dem die Selbstpflanzer vor vielen Jahren noch geträumt haben.

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