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Ein Rezept zur So├čierung und Aromatisierung

Grunds├Ątzlich wird nur unfermentierter Tabak so├čiert. Fermentierter Tabak kann zwar zus├Ątzlich aromatisiert werden, die nat├╝rlichen Aromen der verschiedenen Sorten sind jedoch nuancierter und interessanter.

Bei der So├čierung werden Tabakbl├Ątter in einer zuckerhaltigen L├Âsung getr├Ąnkt, damit sie Feuchtigkeit und Aromastoffe aufnehmen und halten und der Rauchgeschmack bei Verwendung als Zigarettenfeinschnitt saurer wird. Je nach Verwendung und Geschmack kann die L├Âsung weniger oder mehr zuckerhaltig sein: F├╝r Zigarettenfeinschnitt mehr, f├╝r Pfeifenfeinschnitt etwas weniger, f├╝r Zigarrentabak sehr wenig - ihn zu so├čieren ist ohnehin un├╝blich. Die in der Industrie verwendeten Konservierungsstoffe und Feuchthaltemittel, die auch in alten So├čierungsrezepten enthalten sind, k├Ânnen dabei weggelassen werden: Man stellt immer nur den Feinschnitt-Bedarf f├╝r wenige Tage her. Oft wird noch der Zusatz von Essig empfohlen, der die Tabakbl├Ątter beizt und z.B. den Nikotingehalt verringert. Dies k├Ânnen wir nicht empfehlen, mit Essig behandelter Tabak f├╝hrt zu deutlichen Qualit├Ątsverlusten.

So├čierung und Aromatisierung ver├Ąndern den Charakter der Tabak(-Mischung) erheblich, verschiedene Sorten verlangen auch nach unterschiedlichen Inhaltsstoffen. Wir stellen im Folgenden ein altes Rezept f├╝r Virginiamischungen vor und geben Hinweise, wie dieses f├╝r andere Mischungstypen ver├Ąndert werden kann.

Zun├Ąchst einmal sollten Orienttabake grunds├Ątzlich nicht so├čiert oder aromatisiert werden, da sie einen besonders hohen Gehalt an aromatischen ├ľlen aufweisen. Edle Virginiatabake wie Virginia-Helena oder Burley-Sorten ben├Âtigen wenig So├če, wenig por├Âse Tabake wie die dunklen luftgetrockneten Sorten auch in Mischung mit Burley viel. Grunds├Ątzlich m├╝ssen So├čen und Aromen gleichm├Ą├čig aufgetragen werden, was am besten mit dem Zerst├Ąuber geschieht. Werden die Bl├Ątter durch die aromatisierte So├čenl├Âsung gezogen, m├╝ssen sie vor der Weiterverarbeitung eine Woche lagern. Beim Bespr├╝hen empfiehlt sich, die Bl├Ątter mindestens einen Tag liegen zu lassen, damit die Feuchtigkeit durch das Blatt ziehen kann. Besser ist auch hier die Lagerung ├╝ber mehrere Tage, damit noch letzte G├Ąrungsprozesse in Gang kommen k├Ânnen.

Grundstoffe f├╝r So├čen sind in erster Linie Wasser, Rohrzucker oder Rohrzuckersirup und Invertzucker; Honig gibt der S├╝├če ein besonderes Aroma. Die zus├Ątzlichen Aromen bestehen aus ├Ątherischen ├ľlen in alkoholischer L├Âsung (z.B. Orangen├Âl, Vanille, Anis, Arnika oder Lakritze), Kakaopulver oder besser -Extrakt, Spirituosen wie Rum oder Whisky, schwerer Rotwein (etwa Merlot), Kr├Ąuter wie Waldmeister oder ged├Ârrten Fr├╝chten (Feigen, Pflaumen usw.). Ein besonderer Tipp ist dabei der Zusatz von Lavendelbl├Ąttern. F├╝r unsere Bed├╝rfnisse k├Ânnen So├čierung und Aromatisierung in einem Arbeitsgang erfolgen, indem die Aromastoffe in der So├če gel├Âst werden.

F├╝r unsere erste So├če werden etwa 1/2 bis 3/4 Pfund Zucker und Honig je Liter Wasser verwendet, alternativ k├Ânnen nach dem alten Rezept auch reinen Johannis- oder Stachelbeerwein verwendet werden (teuer!).

Man stelle f├╝r die Aromatisierung einen Sud aus folgenden Zutaten her, die nach Geschmack ver├Ąndert werden k├Ânnen:

Das Ganze wird eine Stunde lang gekocht, dann durch ein Leinentuch geseiht, nach Fertigstellung wieder auf 1 Liter aufgef├╝llt und auf Zimmertemperatur abgek├╝hlt. Dann wird es folgender Zuckerl├Âsung zugesetzt:

In 1 Liter Wasser werden gel├Âst

Als Ergebnis erh├Ąlt man knapp drei Liter aromatisierte So├če.

Damit werden Virginiabl├Ątter bespr├╝ht, so dass sie feucht, aber nicht nass werden. Dunkle Tabake (Geudertheimer) k├Ânnen st├Ąrker bespr├╝ht werden, der stark absorbierende Burley erh├Ąlt nur wenig So├če.

Den feuchten Tabak presst man in einen gro├čen Steinkrug oder ein anderes offenes Gef├Ą├č mit nicht zu gro├čer ├ľffnung und l├Ąsst ihn eine Woche lang an einer warmen Stelle stehen. Das enghalsige Gef├Ą├č stellt sicher, dass die Bl├Ątter nur langsam trocknen. Nach einem Tag und ggf. nochmals nach 3-4 Tagen sollten die Bl├Ątter kurz herausgenommen, auseinandergebl├Ąttert, gewendet und neu eingelegt werden, damit an den zu feuchten Stellen kein Schimmel entstehen kann.

Die fertig so├čierten und aromatisierten Bl├Ątter breitet man z.B. auf unbedrucktem Packpapier aus und l├Ąsst die ├╝berfl├╝ssige Feuchtigkeit verdunsten. Sollte der Tabak zu trocken sein, kann er mit destilliertem Wasser angefeuchtet werden. Die Dauer der Lagerung h├Ąngt von der Temperatur, Blattfeuchtigkeit und Form des Gef├Ą├čes ab, es sollten jedoch mehrere Tage sein, damit noch einige G├Ąrungsprozesse zum Abbau von Eiwei├č und Zucker eintreten k├Ânnen.

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